
Gewächshaus mit Stegplatten neu verglasen: Glas ersetzen, Stärke wählen, Kosten
, Von Anas Ouaari, 10 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 10 min Lesezeit
Glas im Gewächshaus durch Stegplatten ersetzen: welche Stärke ins Profil passt, was es kostet und wie der Austausch Schritt für Schritt gelingt.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Wer im Gewächshaus zerbrochene oder alte Glasscheiben gegen Stegplatten aus Polycarbonat tauscht, bekommt ein bruchsicheres, deutlich leichteres und besser dämmendes Gewächshaus. Für die meisten Alu-Gewächshäuser passen 4,5 mm oder 6 mm starke Platten in die vorhandenen Profile. Entscheidend sind die Nutbreite der Profile, das genaue Aufmaß und die richtige Einbaurichtung.
Für die meisten Hobbygärtner sind Doppelstegplatten die bessere Wahl. Sie sind bruchsicher, wiegen nur einen Bruchteil von Glas und halten durch die Luftkammern die Wärme länger im Haus. Glas lässt etwas mehr Licht durch und bleibt glasklar durchsichtig – das spielt aber vor allem bei Schaugewächshäusern eine Rolle.
Der größte Vorteil im Alltag ist die Sicherheit. Ein Ball, ein herabfallender Ast oder ein Hagelschauer – bei Gartenblankglas reicht oft ein Moment, und Scherben liegen im Beet. Stegplatten aus Polycarbonat brechen dabei nicht. Das ist besonders dann ein Argument, wenn Kinder oder Haustiere im Garten unterwegs sind.
Dazu kommt das Gewicht: Eine 3 mm dicke Glasscheibe wiegt rund 7,5 kg pro Quadratmeter, unsere Stegplatte mit 4,5 mm Stärke nur etwa 1 kg. Das entlastet die schmalen Aluprofile und macht den Austausch für eine Person gut machbar.
Die passende Stärke bestimmt in erster Linie Ihr Gewächshausprofil. Ältere Alu-Gewächshäuser mit Glasklammern sind meist auf 3 bis 4 mm ausgelegt, viele neuere Modelle auf 4 bis 6 mm Stegplatten. Messen Sie deshalb zuerst die Nutbreite des Profils – die Platte muss locker hineinpassen, ohne zu klemmen.
Passt die Nut für dickere Platten, lohnt sich 6 mm: Die Platte dämmt etwas besser und ist steifer. Für Gewächshäuser, die Sie auch im Winter nutzen möchten, oder für Anlehngewächshäuser an der Hauswand kann auch 10 mm interessant sein – das setzt aber passende Profile voraus.
| Stärke | Licht / Gewicht | Preis bei uns | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 4,5 mm klar | ca. 83 % / ca. 1 kg/m² | ab 10,90 €/m² | Klassisches Alu-Gewächshaus, Frühbeet |
| 6 mm klar | ca. 82 % / ca. 1,3 kg/m² | ab 13,90 €/m² | Gewächshaus mit 6-mm-Profil, Seitenwände |
| 10 mm klar | ca. 80 % / ca. 1,7 kg/m² | ab 18,90 €/m² | Anlehn- und Wintergewächshaus mit passenden Profilen |
Die 4,5-mm-Platte gibt es bei uns in 700 × 1.500 mm für 11,45 € und in 1.050 × 2.000 mm für 22,89 €, die 6-mm-Platte in 1.050 mm Breite und Längen ab 500 mm. Alle Platten schneiden wir kostenlos auf Ihr Wunschmaß zu.
In der Regel sind Doppelstegplatten günstiger als Ersatzglas, vor allem wenn mehrere Scheiben fehlen. Bei uns kostet die 4,5-mm-Stegplatte ab 10,90 € pro Quadratmeter, die 6-mm-Platte ab 13,90 €. Dazu kommt, dass Zuschnitt, Transport und Montage einfacher sind und kein Bruchrisiko beim Einbau besteht.
Ein Rechenbeispiel: Ein kleines Gewächshaus mit rund 14 m² Hüllfläche lässt sich mit 4,5-mm-Platten für etwa 160 € Materialkosten neu eindecken, mit 6 mm für rund 200 €. Für die Kalkulation zählen Sie einfach alle Scheibenmaße zusammen und rechnen etwas Reserve für Verschnitt ein – wenn Sie uns Ihre Maße schicken, schneiden wir passgenau und Sie haben gar keinen Verschnitt.
Zusätzlich brauchen Sie meist nur neue Dichtungen oder Klammern, falls die alten spröde geworden sind. Wer statt einzelner Scheiben gleich alle Felder tauscht, profitiert außerdem von einem einheitlichen Erscheinungsbild.
Der Austausch gelingt an einem Tag, wenn Sie gut vorbereitet sind. Wichtig sind ein genaues Aufmaß jedes Feldes, Arbeitshandschuhe und Schutzbrille für das Entfernen der alten Scheiben und ein trockener, nicht zu heißer Tag für den Einbau.
Wichtig: Polycarbonat dehnt sich bei Wärme mehr aus als Glas. Setzen Sie die Platten deshalb nie stramm in die Nut, sondern mit etwas Spiel. Sind Ihre Glasklammern nur für sehr dünne Scheiben gemacht, prüfen Sie vor der Bestellung, ob passende Klammern für Stegplatten erhältlich sind – bei Fragen zur Befestigung beraten wir Sie gern.
Tipp aus dem Zuschnitt: Notieren Sie jedes Feld mit einer Nummer und skizzieren Sie das Gewächshaus von allen Seiten. Wir können die Platten dann genau nach Ihrer Liste zuschneiden – Sie setzen sie nur noch ein, ohne selbst sägen zu müssen. Giebelfelder mit Schräge schneiden Sie am besten vor Ort mit einer feinzahnigen Säge nach.
Die Nachteile sind überschaubar: Stegplatten sind nicht klar durchsichtig, lassen etwas weniger Licht durch als neues Glas und können bei sehr billigen Platten ohne UV-Schutz mit der Zeit vergilben. Außerdem können sich in den Kammern Schmutz oder Algen sammeln, wenn die Kanten nicht verschlossen sind.
Diese Punkte lassen sich gut in den Griff bekommen. Achten Sie auf Markenplatten mit UV-Schutz – unsere Stegplatten haben 10 Jahre Werksgarantie gemäß Garantiebestimmungen. Mit Kantenverschlussband bleiben die Kammern sauber, und eine regelmäßige Reinigung mit Wasser und mildem Spülmittel hält die Oberfläche klar. Scheuermittel und harte Schwämme sollten Sie dagegen meiden, weil sie die Oberfläche zerkratzen.
Im Sommer kann es im Gewächshaus mit klaren Platten sehr warm werden – das gilt aber genauso für Glas. Hier helfen Lüftungsfenster, automatische Fensteröffner und bei Bedarf eine Schattierung.
Doppelstegplatten isolieren besser als einfaches Gartenblankglas. Die Luft in den Kammern wirkt wie ein Polster und bremst den Wärmeverlust. Je dicker die Platte, desto besser die Dämmung. Dadurch bleibt es im Frühjahr und Herbst länger warm, und frostempfindliche Pflanzen sind besser geschützt.
Hochwertige Polycarbonat-Stegplatten mit UV-Schutz halten bei richtiger Montage viele Jahre. Unsere Platten haben 10 Jahre Werksgarantie gemäß Garantiebestimmungen. Wichtig für eine lange Lebensdauer sind die UV-Seite nach außen, verschlossene Kanten und eine schonende Reinigung ohne Scheuermittel.
Ja, das ist möglich, solange die Stegplatte in die Nut passt. Viele ersetzen zuerst nur das Dach oder die gefährdeten unteren Felder. Optisch wirkt ein Mix aus Glas und Stegplatten allerdings unruhiger. Wer ohnehin mehrere Scheiben tauschen muss, stellt meist gleich das ganze Gewächshaus um.
Ja, Doppelstegplatten gehören heute zu den häufigsten Eindeckungen für Hobbygewächshäuser. Sie lassen genug Licht für das Pflanzenwachstum durch, streuen es gleichmäßig, dämmen besser als Einfachglas und sind bruchsicher. Wichtig ist, dass Stärke und Profil zusammenpassen und die Platten UV-geschützt sind.
Alternativen sind Gartenblankglas, Sicherheitsglas, massive Acrylglas- oder Polycarbonatplatten und Folie. Glas ist klarer, aber schwer und bruchgefährdet. Massive Kunststoffplatten sind durchsichtig, dämmen aber schlechter. Folie ist günstig, hält jedoch nur wenige Jahre. Für die meisten Gewächshäuser sind Stegplatten der beste Kompromiss.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).
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