
Balkon im Altbau verkleiden: Geländer, Genehmigung, HPL-Platten
, Von Anas Ouaari, 10 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 10 min Lesezeit
Balkon im Altbau mit HPL-Platten verkleiden: altes Geländer prüfen, Denkmalschutz klären, passende Farbe zur Fassade wählen und Platten richtig befestigen.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Einen Balkon im Altbau verkleiden Sie am besten mit 6 mm starken HPL-Platten auf dem vorhandenen, tragfähigen Geländer – ohne in die alte Balkonplatte zu bohren. Vorher klären Sie drei Dinge: den Zustand des Geländers, ob Denkmalschutz oder eine Erhaltungssatzung gilt und welche Farbe zur Fassade passt. Die Platten lassen wir Ihnen kostenlos auf die oft krummen Altbaumaße zuschneiden.
Ein Balkon im Altbau unterscheidet sich vor allem durch Alter, Maße und Optik vom Neubau-Balkon. Geländer sind oft 50 bis 100 Jahre alt, aus Stahl oder Schmiedeeisen und selten exakt rechtwinklig. Dazu kommen Stuckfassaden, die eine zurückhaltende Gestaltung verlangen, und manchmal Auflagen von Denkmalschutz oder Gemeinde.
Für die Verkleidung heißt das: Messen Sie jedes Feld einzeln, statt eine Plattengröße für alle anzunehmen. Prüfen Sie das Geländer gründlicher als bei einem jungen Haus. Und planen Sie die Optik so, dass die Verkleidung die Fassade ergänzt, statt mit ihr zu konkurrieren.
Für einen Altbau eignet sich meist ein schlichtes Stahl- oder Aluminiumgeländer mit einer Füllung aus HPL-Platten in einer ruhigen Farbe wie Anthrazit, Dunkelgrau oder Lichtgrau. Ist das vorhandene Geländer stabil und rostfrei, kann es bleiben und mit 6 mm starken HPL-Platten verkleidet werden. Bei denkmalgeschützten Häusern stimmen Sie Form und Farbe vorher mit der Denkmalbehörde ab.
Verzierte Schmiedegeländer sind ein Sonderfall. Sie prägen oft den Charakter des Hauses, und eine vollflächige Verkleidung würde sie verdecken. Hier kann es sinnvoller sein, die Platten innen anzubringen oder nur als Sichtschutz in Teilbereichen einzusetzen. Wenn Sie unsicher sind, schicken Sie uns ein Foto – wir sagen Ihnen offen, ob eine Verkleidung an Ihrem Geländer sinnvoll ist.
Ein altes Balkongeländer prüfen Sie vor der Verkleidung auf Rost, Wackeln und lose Befestigungen. Rütteln Sie kräftig am Handlauf, kontrollieren Sie Schweißnähte und Fußpunkte und klopfen Sie verdächtige Stellen mit einem Schraubendreher ab. Blättert Rost in Schichten ab oder bewegt sich das Geländer, lassen Sie es zuerst von einem Fachbetrieb instand setzen.
Die HPL-Platte ist eine Füllung und wird vom Geländer getragen. Sie macht ein schwaches Geländer nicht stabiler, sondern bringt zusätzlich Windlast auf. Eine ausführliche Checkliste mit allen Prüfschritten finden Sie im Beitrag Balkongeländer vor der Verkleidung prüfen.
Wichtig: Ob Ihr altes Geländer die zusätzliche Windlast einer geschlossenen Verkleidung sicher aufnimmt, lässt sich aus der Ferne nicht pauschal beurteilen. Abstände der Befestigungspunkte und Profile hängen von Plattenhöhe, Lage und Windlast ab. Rufen Sie uns an unter 0800 000 1766 (kostenlos) oder schreiben Sie an info@deutsche-kunststoffbedachungen.de.
Im Altbau brauchen Sie für eine Balkonverkleidung häufiger eine Zustimmung als im Neubau. Steht das Haus unter Denkmalschutz oder in einem Gebiet mit Erhaltungs- oder Gestaltungssatzung, muss eine sichtbare Änderung der Fassade in der Regel genehmigt werden. In Eigentümergemeinschaften entscheidet zusätzlich die Versammlung, als Mieter brauchen Sie die Erlaubnis des Vermieters.
Fragen Sie deshalb zuerst bei der Gemeinde nach, ob für Ihr Haus besondere Regeln gelten. Eine Skizze mit Farbmuster erleichtert das Gespräch. Wie Sie den Antrag in der Eigentümerversammlung vorbereiten, erklärt unser Beitrag Balkonverkleidung in Eigentümergemeinschaft und Mietwohnung.
Zu einer Altbaufassade passen HPL-Platten in gedeckten Farben am besten. Wir führen 6 mm starke Balkonplatten in Anthrazit, Dunkelgrau, Lichtgrau und Weiß im Format 3.050 × 1.300 mm. Sie sind beidseitig dekoriert, UV-beständig und nach der ETB-Richtlinie „Bauteile, die gegen Absturz sichern" geprüft, hergestellt nach DIN EN 438-7.
| Fassade | Passende Plattenfarbe | Wirkung |
|---|---|---|
| Heller Putz, Stuck | Anthrazit oder Dunkelgrau | klarer Kontrast, ruhig |
| Klinker, Backstein | Anthrazit | nimmt dunkle Fugen auf |
| Farbiger Putz | Lichtgrau oder Weiß | tritt zurück |
| Grauer Putz | Weiß oder Anthrazit | je nach Wunsch hell oder kräftig |
Die farbigen HPL-Platten aus unserem Sortiment sind eher etwas für moderne Akzente. An gründerzeitlichen Fassaden wirken sie schnell unruhig. Mehr zur Farbwahl lesen Sie unter Welche Farbe für die Balkonverkleidung?, alle Platten finden Sie in der Kategorie HPL-Balkonplatten.
An einem alten Geländer befestigen Sie HPL-Platten mit Klemmen oder Schrauben auf dem vorhandenen Stahlrahmen, nicht in der Balkonplatte. Bei Schrauben gelten dieselben Regeln wie überall: Edelstahl V4A, Torx T20, 5,5 × 35 mm, mindestens 20 mm Randabstand bis Lochmitte und Gleitpunkt-Bohrungen von mindestens 8,5 mm, damit die Platte arbeiten kann.
Pro Platte setzen Sie einen Festpunkt möglichst mittig, dessen Bohrung genau dem Schraubendurchmesser entspricht. Zwischen den Platten bleiben mindestens 8 mm Fuge. Als Faustformel für die Dehnung gilt die Plattenlänge in mm geteilt durch 500 – eine 3.050 mm lange Platte braucht also rund 6 mm Spiel. Ob Klemmen oder Schrauben besser passen, lesen Sie unter HPL-Platten am Balkon befestigen, den kompletten Ablauf in der Montageanleitung für HPL-Balkonplatten.
Tipp aus dem Zuschnitt
Messen Sie im Altbau jedes Geländerfeld oben, in der Mitte und unten – und schicken Sie uns jeweils das kleinste Maß. Weichen die Werte um mehr als 5 mm voneinander ab, notieren Sie das bei der Bestellung. Dann schneiden wir so zu, dass die Fugen trotz schiefer Pfosten gleichmäßig wirken.
Einen alten Balkon saniert man von unten nach oben: erst Balkonplatte und Abdichtung, dann Geländer, zuletzt Verkleidung und Belag. Risse im Beton, Abplatzungen und rostende Bewehrung gehören in die Hand eines Fachbetriebs. Die HPL-Verkleidung ist der letzte Schritt, wenn Platte und Geländer wieder in Ordnung sind.
Eine Balkonverkleidung im denkmalgeschützten Altbau ist nicht ausgeschlossen, braucht aber in der Regel eine Genehmigung der Denkmalbehörde. Dort zählen vor allem Farbe, Material und ob historische Geländer sichtbar bleiben. Reichen Sie Fotos, eine Skizze und ein Farbmuster ein; gedeckte Farben wie Anthrazit haben meist bessere Chancen als kräftige Töne.
Ein zu niedriges Altbaugeländer lässt sich mit HPL-Platten allein nicht sicher erhöhen. Die Platte ist eine Füllung und braucht einen tragenden Rahmen bis zur gewünschten Höhe. Eine Erhöhung des Geländers selbst plant am besten ein Metallbauer; danach können Sie die neue Fläche mit 6 mm starken HPL-Platten verkleiden.
Für einen Altbaubalkon reichen in der Regel 6 mm starke HPL-Platten, wie bei anderen Balkonen auch. Sie sind biegesteif, leicht genug für alte Geländer und beidseitig dekoriert. Entscheidend ist weniger die Plattenstärke als ein stabiles Geländer und eine Befestigung mit Fest- und Gleitpunkten, damit die Platte sich bei Wärme ausdehnen kann.
Einen runden Altbaubalkon können Sie mit HPL verkleiden, indem Sie die Rundung in mehrere schmale, gerade Felder aufteilen. Jede Platte wird einzeln zugeschnitten und mit Fugen von mindestens 8 mm montiert. Wie die Aufteilung gelingt, zeigt unser Beitrag zum runden Balkon; bei engen Radien beraten wir Sie gern persönlich.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@deutsche-kunststoffbedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenlos).
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