
Balkonverkleidung erneuern: Alte Eternit-, Holz- oder Glasplatten durch HPL ersetzen
, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Eine alte Balkonverkleidung muss nicht das ganze Geländer mitreißen. In den meisten Fällen bleibt die tragende Konstruktion stehen, nur die Füllung wird getauscht. HPL-Platten sind dafür ein dankbares Material: Sie werden millimetergenau zugeschnitten, lassen sich an Rund- und Vierkantrohren klemmen oder verschrauben und sehen danach viele Jahre so aus wie am ersten Tag. Nur bei alten Eternitplatten gilt: erst prüfen, dann anfassen.
Balkonverkleidungen aus den 70er- bis 90er-Jahren erkennt man oft auf den ersten Blick: ausgeblichene Faserzementplatten mit Moosrand, verwitterte Holzlatten mit abgeplatztem Lack oder Glasscheiben, deren Dichtungen spröde geworden sind. Optik ist das eine – wichtiger ist die Funktion. Die Füllung eines Balkongeländers hat eine Aufgabe: Sie soll sicher halten, Wind und Blicke abschirmen und dabei möglichst wenig Arbeit machen. Wenn Sie jedes Frühjahr streichen, schrauben oder nachdichten, ist der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen.
Die gute Nachricht: Das Geländer selbst – also Pfosten, Handlauf und Rahmen aus Stahl oder Aluminium – ist meist noch in Ordnung. Es wird gereinigt, bei Bedarf entrostet und neu beschichtet, und bekommt dann eine neue Füllung aus HPL. Das spart gegenüber einem kompletten Geländertausch viel Geld und meist auch den Statiker.
Jedes alte Material hat seine eigenen Fallstricke. Hier die drei häufigsten Fälle im Überblick:
| Alte Verkleidung | Typisches Problem | Ausbau | Entsorgung |
|---|---|---|---|
| Eternit / Faserzement (vor 1993) | Enthält sehr wahrscheinlich Asbest | Nur durch Fachbetrieb mit Sachkunde nach TRGS 519 | Big Bag, Sonderabfall, nicht zerbrechen |
| Faserzement (ab 1993) | Verwittert, bricht leicht | Selbst möglich, Platten ganz lassen | Bauschutt / Wertstoffhof |
| Holz | Fäulnis, lockere Schrauben, Streichen alle 2–3 Jahre | Selbst möglich, Unterkonstruktion prüfen | Altholz, je nach Lackierung Kategorie A II–A IV |
| Glas | Spröde Dichtungen, Kanten, hohes Gewicht | Zu zweit, Handschuhe, Glashalter lösen | Bauglas / Wertstoffhof (kein Altglas-Container) |
Wichtig bei Eternit: Faserzementplatten, die vor 1993 verbaut wurden, enthalten fast immer Asbest. Solche Platten dürfen Sie nicht selbst abschrauben, sägen oder zerbrechen – schon das Lösen der Schrauben kann Fasern freisetzen. Beauftragen Sie einen Sanierungsbetrieb mit Sachkunde nach TRGS 519. Wenn Sie das Baujahr nicht kennen, klärt eine Laboranalyse für wenige Euro, ob Asbest enthalten ist. Erst wenn die alten Platten fachgerecht weg sind, beginnt Ihr Teil der Arbeit.
HPL-Schichtstoffplatten bestehen aus vielen harzgetränkten Papierlagen, die unter hohem Druck und Hitze zu einer massiven Platte verpresst werden. Unsere Balkonplatten sind nach DIN EN 438-7 gefertigt und in der geprüften Konstruktionsform nach ETB-Richtlinie „Bauteile, die gegen Absturz sichern" einsetzbar. Für Sie heißt das im Alltag:
Die große Platte im Format 3050 × 1300 mm in 6 mm Stärke kostet bei uns 249,00 € (Anthrazit RAL 7016). Daraus entstehen je nach Balkon mehrere Felder. Ob 6 mm oder 8 mm die richtige Stärke für Ihr Geländer ist, hängt vom Abstand der Streben ab – bei 6 mm sollte er kleiner sein, bei 8 mm darf er größer ausfallen. Wenn Sie unsicher sind, schicken Sie uns ein Foto Ihres Geländers, wir beraten Sie kostenlos.
Tipp aus dem Zuschnitt
Messen Sie nicht die alten Platten, sondern das Geländer selbst. Alte Holz- oder Eternitverkleidungen sind oft schief, verzogen oder zu klein gewesen. Wer die neuen HPL-Platten nach dem lichten Maß zwischen den Pfosten bestellt – abzüglich Fugen – bekommt am Ende ein Bild wie aus einem Guss. Und: Bestellen Sie vorab ein Musterstück für 0,99 €, um die Farbe an der Fassade zu prüfen.
Die reinen Materialkosten für HPL, Halter und Schrauben liegen bei einem üblichen Balkon deutlich unter denen eines neuen Geländers. Die alte Verkleidung zu entsorgen kostet bei asbestfreiem Material wenig – Bauschutt oder Altholz nimmt jeder Wertstoffhof. Teurer wird es nur bei asbesthaltigem Eternit, wo Fachbetrieb, Big Bags und Sonderabfall zu Buche schlagen. Eine genaue Kostenrechnung für die Platten finden Sie in unserem Beitrag zu den Balkonverkleidungskosten.
Die Balkonbrüstung gehört in der Regel zum Gemeinschaftseigentum bzw. zum Gebäude. Als Mieter oder Wohnungseigentümer holen Sie vor dem Umbau die Zustimmung der Hausverwaltung ein – vor allem, wenn die Optik des Hauses sich ändert. Viele Verwaltungen freuen sich über einen konkreten Vorschlag mit Farbmuster und Produktdatenblatt. Das erleichtert die Entscheidung erheblich.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich. Bei Fragen zur Konstruktion erreichen Sie uns kostenfrei unter 0800 000 1766 oder per E-Mail an info@dk-bedachungen.de.
Entscheidend ist das Baujahr: Platten, die vor 1993 verbaut wurden, enthalten fast immer Asbest. Ist das Baujahr unklar, lassen Sie eine kleine Probe im Labor analysieren – das kostet meist nur wenige Dutzend Euro. Bis zur Klärung die Platten nicht bearbeiten.
Meistens ja. Wenn Pfosten, Handlauf und Verankerung im Boden fest und rostfrei sind, wird nur die Füllung getauscht. Ob das Geländer für die neue Füllung geeignet ist, sollte bei Zweifeln ein Fachmann vor Ort beurteilen – wir beraten gern zur passenden Plattenstärke und Befestigung.
Manche Klemmhalter für Glas nehmen auch 6- oder 8-mm-HPL auf, viele sind aber auf Glasstärken von 8 bis 12 mm ausgelegt. Sicherer ist es, die alten Halter zu entfernen und HPL-Klemmhalter oder Schrauben mit Langloch zu verwenden. Schicken Sie uns ein Foto der Halter, wir sagen Ihnen, was passt.
Als Eigentümer eines freistehenden Hauses in der Regel nicht, solange die Höhe und Sicherheit der Brüstung erhalten bleiben. In Mehrfamilienhäusern ist die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder des Vermieters nötig. Bei denkmalgeschützten Gebäuden fragen Sie vorab die Denkmalbehörde.
Bei fertig zugeschnittenen Platten und Klemmhaltern ist ein normaler Balkon mit drei bis vier Feldern an einem Nachmittag umgerüstet. Der Ausbau der alten Verkleidung und das Aufarbeiten des Geländers brauchen je nach Zustand einen weiteren Tag.
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