
Balkonverkleidung aus Blech oder HPL? Der Vergleich für Ihren Balkon
, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit
Blech oder HPL für die Balkonverkleidung? Der Vergleich zeigt Unterschiede bei Optik, Regengeräusch, Hagel, Pflege und Kosten mit Beispielrechnung.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Blech ist am Balkon leicht und im Material oft günstig, beult aber bei Stößen und Hagel, kann bei Regen hörbar trommeln und wirkt schnell technisch. HPL-Platten sind schwerer, dafür kratz- und stoßfest, leise, farbstabil und als absturzsichernde Brüstungsfüllung geprüft. Für die klassische Balkonverkleidung am Wohnhaus ist HPL deshalb meist die bessere Wahl.
Für die meisten Balkone an Wohnhäusern ist HPL die bessere Wahl. HPL-Platten sind robust gegen Stöße, Kratzer und Hagel, bleiben bei Regen leise und behalten ihre Farbe über viele Jahre. Blech lohnt sich vor allem, wenn es besonders leicht sein muss, das Budget sehr knapp ist oder die Optik bewusst industriell wirken soll.
In der Suche nach einer neuen Balkonverkleidung landen viele Eigentümer zuerst beim Blech: Es ist überall erhältlich, gut bekannt vom Garagen- oder Carportdach und auf den ersten Blick günstig. Wer genauer hinschaut, merkt aber, dass sich die beiden Materialien im Alltag deutlich unterscheiden – bei der Optik, beim Geräusch und bei der Frage, wie die Brüstung nach zehn oder fünfzehn Jahren aussieht.
Am Balkon kommen vor allem drei Blecharten vor: profiliertes Trapez- oder Wellblech aus verzinktem, beschichtetem Stahl, glatte oder gekantete Aluminiumbleche als Paneele sowie Lochbleche als halbtransparenter Sichtschutz. Aluverbundplatten sind dagegen kein Blech im engeren Sinn, sondern zwei dünne Alu-Deckschichten mit Kunststoffkern.
HPL-Platten (High Pressure Laminate) bestehen dagegen aus vielen unter hohem Druck verpressten Lagen mit einer witterungsbeständigen Oberfläche. Sie sind durchgefärbt bzw. beidseitig dekoriert, kratzfest und bleiben auch großformatig plan.
Blech und HPL unterscheiden sich vor allem bei Stoßfestigkeit, Geräusch und Optik. HPL ist schwerer, bleibt aber bei Hagel und Stößen unbeschädigt und dämpft Regengeräusche. Blech ist sehr leicht, bekommt jedoch schneller Dellen und bei Stahl an beschädigten Stellen Rost. Die Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.
| Kriterium | Blech | HPL-Platte |
|---|---|---|
| Stöße und Hagel | Dellen möglich | sehr stoßfest |
| Regengeräusch | deutlich hörbar | leise |
| Optik | technisch, profiliert | ruhig, eben, viele Farben |
| Gewicht | sehr leicht | schwerer |
| Korrosion | Stahl an Kanten gefährdet | kein Rost |
| Absturzsicherung | nur mit Nachweis | ETB-geprüft |
Unsere Balkon-HPL-Platten sind nach der ETB-Richtlinie „Bauteile, die gegen Absturz sichern" geprüft und entsprechen der Norm für Außenanwendungen DIN EN 438-7. Bei Blech hängt es stark vom Produkt und vom Hersteller ab, ob ein solcher Nachweis vorliegt.
Wichtig: Jede geschlossene Verkleidung erhöht die Windfläche am Geländer. Ob Ihr vorhandenes Geländer dafür ausgelegt ist, sollten Sie vor dem Kauf klären – unabhängig davon, ob Sie Blech oder HPL wählen. Wir beraten Sie gern kostenfrei unter 0800 000 1766 oder per E-Mail an info@dk-bedachungen.de.
Eine HPL-Balkonplatte mit 6 mm Stärke im Format 3050 x 1300 mm kostet bei uns 249 Euro, das sind rund 63 Euro pro Quadratmeter inklusive kostenlosem Zuschnitt. Einfaches Trapezblech ist im reinen Materialpreis oft günstiger, glatte Alu-Paneele nach Maß dagegen häufig teurer. Entscheidend sind am Ende Montageaufwand, Zubehör und Haltbarkeit.
Ein Beispiel: Für eine 6 m lange Brüstung mit 1 m Verkleidungshöhe reichen zwei HPL-Platten im Format 3050 x 1300 mm, die wir auf Ihr Maß zuschneiden. Das Material kostet damit 498 Euro. Hinzu kommen Montageschrauben in Plattenfarbe oder Klemmen für das Geländer. Bei Blech fallen je nach Ausführung Kantteile, Abschlussprofile und Kantenschutz zusätzlich an – die günstigen Quadratmeterpreise relativieren sich dadurch oft.
Langfristig spricht für HPL vor allem, dass es keinen Anstrich und keine Ausbesserung von Rost- oder Kratzstellen braucht. Eine Wäsche mit Wasser und mildem Reiniger hin und wieder genügt.
HPL ist schwerer als Blech und in der Anschaffung teurer als einfaches Trapezblech. Außerdem arbeitet das Material bei Feuchtigkeit und Temperatur: Die Bohrlöcher werden deshalb etwas größer gebohrt, und zwischen den Platten bleibt eine kleine Fuge. Wer das bei der Planung berücksichtigt, hat mit HPL am Balkon in der Regel keine Probleme.
Ein weiterer Punkt ist die Bearbeitung: HPL ist sehr hart und braucht scharfe Werkzeuge mit Hartmetallschneiden. Diesen Teil nehmen wir Ihnen mit dem kostenlosen Zuschnitt ab – auf der Baustelle müssen Sie dann nur noch die Befestigungslöcher bohren.
Tipp aus der Montage: Ziehen Sie die Schrauben bei HPL nur so fest an, dass die Platte anliegt, aber noch arbeiten kann. Ein Festpunkt in der Plattenmitte und größere Gleitbohrungen an den übrigen Punkten verhindern, dass sich die Platte im Sommer wellt. Bei Blech gilt übrigens Ähnliches – auch dort führen zu fest angezogene Schrauben zu sichtbaren Beulen.
Ja, sofern es sich um HPL in Außenqualität handelt. Diese Platten haben eine witterungs- und UV-beständige Oberfläche und sind für Fassade und Balkon gemacht. Unsere Balkon-HPL-Platten sind UV-, hitze- und frostbeständig, beidseitig dekoriert und nach ETB-Richtlinie für absturzsichernde Bauteile geprüft.
Für die Balkonverkleidung am Geländer hat sich eine Stärke von 6 mm bewährt. Sie ist stabil, schlagfest und noch gut zu handhaben. Dickere Platten mit 8 mm werden vor allem an Fassaden eingesetzt. Welche Stärke zu Ihrem Geländer passt, klären wir gern in einer kostenlosen Beratung.
Ja, dünnes Blech kann bei Regen und Hagel deutlich trommeln, besonders an der Wetterseite und wenn es großflächig ohne Dämpfung montiert ist. Wer das Schlafzimmer direkt am Balkon hat, empfindet das oft als störend. HPL-Platten sind durch ihre Masse und Dichte wesentlich leiser.
WPC wirkt holzähnlich, kann aber ausbleichen, sich bei Wärme verformen und braucht meist eine Unterkonstruktion mit vielen Profilen. HPL ist formstabiler, farbbeständiger und als großformatige Platte schneller montiert. Für eine ruhige, langlebige Brüstung mit wenig Pflege ist HPL in der Regel die bessere Wahl.
Ja, das ist ein häufiger Grund für eine Modernisierung. Nach dem Abbau prüfen Sie zuerst das Geländer auf Rost und festen Sitz. Danach werden die HPL-Platten direkt mit Schrauben oder Klemmen am Geländer befestigt. Schicken Sie uns Fotos und Maße, dann stellen wir die passende Plattenaufteilung zusammen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).
Weiterlesen: Balkonverkleidung im Vergleich: HPL, Aluverbund, Glas oder Holz? · HPL-Platten am Balkon befestigen: Schrauben oder Klemmen? · HPL-Balkonplatten im Shop