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Aluverbundplatten an der Fassade montieren: Unterkonstruktion, Bohrbild, Schrauben und Fugen Schritt für Schritt

Aluverbundplatten an der Fassade montieren: Unterkonstruktion, Bohrbild, Schrauben und Fugen Schritt für Schritt

, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit

Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz gesagt: Aluverbundplatten sind an der Fassade eine leichte, formstabile und pflegeleichte Alternative zu HPL oder Metallkassetten. Montiert werden sie als vorgehängte, hinterlüftete Fassade auf einer Holz- oder Alu-Unterkonstruktion, mit kopflackierten Edelstahlschrauben, leicht vergrößerten Bohrlöchern und schmalen Fugen, damit die Platte bei Temperaturwechseln arbeiten kann. In diesem Ratgeber gehen wir die Montage Schritt für Schritt durch – von der Lattung über das Bohrbild bis zur Kantenlösung – und zeigen, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Was Aluverbundplatten an der Fassade auszeichnet

Eine Aluverbundplatte besteht aus zwei dünnen Aluminium-Deckschichten und einem Kunststoffkern. Das Ergebnis ist eine Platte, die trotz 6 mm Stärke sehr biegesteif und plan ist, aber nur rund 6,8 kg/m² wiegt – deutlich weniger als HPL oder Faserzement. Für die Fassade bedeutet das: Große Formate (bei uns 3.050 × 1.500 mm, also 4,6 m² pro Platte) lassen sich zu zweit gut handhaben, und die Unterkonstruktion muss weniger Gewicht tragen.

Unsere Fassaden-Aluverbundplatten sind einseitig mit einer UV-beständigen Perlstruktur veredelt und kommen in Dekoren wie Schiefer, Stein Grau, Bruchstein Grau, Beton Metallic, Rost Dunkel, Metall Oxidiert und Schwarzwald Eiche – mit 10 Jahren UV-Garantie. Damit lassen sich Giebel, Erker, Garagen oder komplette Fassaden gestalten, ohne dass die Fläche nachgestrichen werden muss.

Schritt 1: Die Unterkonstruktion – hinterlüftet und eben

Aluverbundplatten werden nie direkt auf Mauerwerk oder Dämmung geklebt, sondern als vorgehängte, hinterlüftete Fassade montiert. Zwischen Platte und Wand bleibt ein Luftraum, durch den Feuchtigkeit abtrocknen kann. Dafür sorgt eine Unterkonstruktion aus Holz (imprägnierte Lattung, Konterlattung) oder Aluminium (Tragprofile auf Wandhaltern).

Worauf es ankommt:

  • Ebenheit: Aluverbundplatten sind sehr plan und zeigen jede Unebenheit der Lattung als Welle in der Fläche. Richten Sie die Unterkonstruktion mit Schnur und Wasserwaage sorgfältig aus.
  • Lüftungsöffnungen: Unten (Sockel) und oben (Traufe/Attika) muss Luft ein- und austreten können. Ein Lochblech oder Lüftungsgitter hält Insekten und Vögel fern.
  • Feuchteschutz: Hinter der Hinterlüftungsebene gehört eine diffusionsoffene Fassadenbahn, wenn gedämmt wird.
  • Verankerung: Wie die Lattung im Untergrund verankert wird und welche Abstände die Tragprofile brauchen, hängt vom Wandaufbau, der Gebäudehöhe und den örtlichen Windverhältnissen ab. Das planen wir gern mit Ihnen – kostenfrei unter 0800 000 1766 oder per E-Mail an info@dk-bedachungen.de.

Schritt 2: Zuschnitt und Bohrbild

Die Platten liefern wir kostenlos auf Ihr Maß zugeschnitten. Wer vor Ort nachschneiden möchte, nutzt eine Handkreissäge mit feinzahnigem Blatt oder eine Stichsäge und entgratet die Kanten anschließend mit einer Feile. Die Schutzfolie bleibt dabei auf der Sichtseite und wird erst ganz zum Schluss abgezogen.

Der wichtigste Punkt vor dem Bohren: Aluminium dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Eine drei Meter lange Platte verändert ihre Länge über das Jahr um einige Millimeter. Damit die Platte dabei nicht beult oder die Schrauben abschert, gilt:

  1. Bohrlöcher etwas größer als den Schraubenschaft bohren. So kann die Platte unter dem Schraubenkopf gleiten.
  2. Einen Fixpunkt in der Plattenmitte setzen (Bohrloch passend zur Schraube), alle weiteren Punkte als Gleitpunkte mit vergrößertem Loch. So dehnt sich die Platte gleichmäßig nach beiden Seiten.
  3. Randabstand einhalten: Nicht zu dicht an der Kante bohren, damit die Deckschicht nicht ausreißt.
  4. Bohrbild vorab anzeichnen und alle Platten einer Fassade nach demselben Raster bohren – das ergibt ein ruhiges, gleichmäßiges Schraubenbild.

Schritt 3: Befestigen – Schrauben, nicht klemmen

An der Fassade werden Aluverbundplatten sichtbar verschraubt. Verwenden Sie kopflackierte Edelstahlschrauben (bei uns 4,8 × 38 mm mit Zentrierdichtring), deren Kopffarbe zum Dekor passt – so verschwinden die Schrauben optisch fast in der Fläche. Die Zentrierdichtscheibe dichtet das Bohrloch ab und sorgt dafür, dass die Schraube mittig im vergrößerten Loch sitzt.

Ziehen Sie die Schrauben handfest an, nicht mit vollem Drehmoment. Die Platte muss unter dem Kopf noch minimal gleiten können. Wer die Schrauben „festknallt“, blockiert die Dehnung und riskiert Beulen im Sommer.

Montagepunkt Richtig Typischer Fehler
Unterkonstruktion eben, hinterlüftet, Holz oder Alu direkt auf Wand oder Dämmung
Bohrlöcher größer als Schraube, ein Fixpunkt passgenau, alle Punkte fest
Schrauben Edelstahl, kopflackiert, Dichtring verzinkte Schrauben, überdreht
Fugen schmal, offen, Fugenband dahinter Platten stumpf gestoßen
Kanten entgratet, mit Alu-Profil abgeschlossen roh, Kern offen zum Wetter

Schritt 4: Fugen und Kanten sauber lösen

Zwischen zwei Platten bleibt eine schmale, offene Fuge – sie ist der Bewegungsraum für die Wärmedehnung. Hinter der Fuge liegt auf der Lattung ein schwarzes Fugenband (EPDM oder Aluminium), das die Unterkonstruktion vor Schlagregen schützt und die Fuge optisch als dunkle Linie erscheinen lässt. Ein gleichmäßiges Fugenbild wirkt hochwertig; planen Sie die Fugen deshalb mit dem Plattenraster zusammen.

An Gebäudeecken, Fensterlaibungen und Abschlüssen arbeiten Sie mit Alu-Profilen: Eckprofile decken die Stoßkante zweier Platten ab, U-Profile schließen freie Kanten, Tropfkantenprofile leiten Wasser am unteren Rand ab. Alternativ lassen sich Aluverbundplatten auf der Rückseite fräsen und um die Ecke kanten – das ergibt besonders elegante, profilfreie Kanten, verlangt aber Erfahrung mit der Fräse.

Hinweis: Aluverbundplatten dürfen an der Fassade nur mit hinterlüfteter Unterkonstruktion montiert werden. Direktes Verkleben auf Putz, Mauerwerk oder Dämmplatten führt zu Feuchteschäden hinter der Platte und zu Beulen durch die blockierte Dehnung. Bei Fragen zur Konstruktion beraten wir Sie gern vor der Bestellung.

Reihenfolge auf der Baustelle

  1. Unterkonstruktion montieren und ausrichten, Fassadenbahn und Lüftungsgitter einbauen.
  2. Fugenband auf alle Latten kleben, an denen später Plattenstöße liegen.
  3. Platten nach Bohrbild bohren (Fixpunkt mittig, Gleitpunkte vergrößert).
  4. Von unten nach oben und von einer Ecke aus montieren; Fugenbreite mit Abstandhaltern gleichmäßig halten.
  5. Schrauben handfest setzen, Kanten mit Profilen abschließen.
  6. Schutzfolie abziehen, Fassade mit klarem Wasser abwischen.

Tipp aus der Montage: Bohren Sie die Platten nicht einzeln am Gerüst, sondern gestapelt auf zwei Böcken am Boden – mit einer Bohrschablone aus Restholz. Das Bohrbild wird so auf allen Platten identisch, und Sie sparen am Gerüst viel Zeit. Die Späne anschließend abkehren, damit sie beim Montieren nicht zwischen Platte und Lattung geraten.

Was kosten Aluverbundplatten für die Fassade?

Unsere Fassaden-Aluverbundplatten 6 mm im Format 3.050 × 1.500 mm kosten 569,00 € pro Platte, das entspricht rund 124 € pro Quadratmeter – unabhängig vom Dekor. Der Zuschnitt auf Ihre Maße ist kostenlos, sodass Sie nur die Fläche bestellen, die Sie tatsächlich brauchen. Hinzu kommen Unterkonstruktion, Fugenband, Schrauben und Abschlussprofile (Preise Stand September 2026).

Häufige Fragen

Kann ich Aluverbundplatten an der Fassade kleben statt schrauben?+

Im Außenbereich empfehlen wir die sichtbare Verschraubung auf hinterlüfteter Unterkonstruktion. Klebesysteme sind Spezialanwendungen für Fachbetriebe und verlangen exakt abgestimmte Kleber, Primer und Untergründe.

Warum beult meine Aluverbundplatte in der Sonne?+

Fast immer, weil die Dehnung blockiert ist: zu kleine Bohrlöcher, zu fest angezogene Schrauben oder Platten ohne Fuge stumpf gestoßen. Lösen Sie die Schrauben etwas und vergrößern Sie die Löcher an den Gleitpunkten.

Holz- oder Alu-Unterkonstruktion – was ist besser?+

Beides funktioniert. Holz ist günstiger und einfach zu verarbeiten, Alu ist maßhaltiger, verzieht sich nicht und hält länger. Bei großen oder hohen Fassaden ist Aluminium die langlebigere Wahl.

Sind Aluverbundplatten oder HPL-Platten für die Fassade besser?+

Aluverbund ist leichter, planer und in Stein-, Metall- und Holzdekoren erhältlich; HPL ist robuster gegen Stöße und in Unifarben günstiger. Beide werden hinterlüftet verschraubt. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie unten unter „Weiterlesen“.

Wie pflege ich eine Aluverbund-Fassade?+

Mit klarem Wasser, etwas neutralem Reiniger und einem weichen Schwamm. Keine Scheuermittel, keine lösungsmittelhaltigen Reiniger und keinen Hochdruckreiniger aus kurzer Distanz auf die Fugen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.

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