
Wellplatten undicht? Ursachen finden und das Dach dauerhaft abdichten
, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit
Wellplatten undicht? So finden Sie die Ursache, dichten Schrauben, Überlappungen und Wandanschluss dauerhaft ab und erkennen, wann sich ein Austausch lohnt.
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Undichte Wellplatten liegen fast nie am Plattenmaterial selbst, sondern an der Befestigung, an zu kleinen Überlappungen oder am Anschluss zur Wand. Wer die Ursache gezielt sucht, kann das Dach meist mit wenigen Handgriffen und dem passenden Systemzubehör dauerhaft dicht bekommen – Silikon allein ist dagegen nur eine Notlösung.
Wellplatten werden meist undicht, weil Schrauben im Wellental statt auf dem Wellenberg sitzen, Dichtscheiben spröde geworden sind, die seitliche oder obere Überlappung zu knapp ist oder Wasser am Wandanschluss hinter die Platten läuft. Seltener sind Risse durch Hagel, alte Platten ohne UV-Schutz oder zu starr angezogene Schrauben die Ursache.
Gerade bei älteren Carport- und Terrassendächern kommen oft mehrere Punkte zusammen. Typisch sind:
Am schnellsten finden Sie das Leck mit einem Gartenschlauch: Lassen Sie eine zweite Person das Dach abschnittsweise von unten nach oben bewässern, während Sie von unten beobachten. So zeigt sich, ob das Wasser an einer Schraube, an einer Überlappung oder erst am Wandanschluss eindringt.
Wichtig ist die Reihenfolge: Beginnen Sie unten an der Traufe und arbeiten Sie sich langsam nach oben. Würden Sie gleich oben wässern, läuft das Wasser über die gesamte Fläche und Sie können die Stelle nicht mehr zuordnen. Achten Sie auch darauf, wo die Tropfen herunterfallen – Wasser wandert unter der Platte oft ein Stück entlang der Welle, bevor es abtropft.
Hinweis: Betreten Sie Wellplatten aus Kunststoff niemals direkt. Legen Sie für Arbeiten auf dem Dach stabile Bohlen über mehrere Pfetten und sichern Sie sich gegen Absturz. Viele Reparaturen lassen sich auch von einer Leiter aus erledigen.
Dauerhaft dicht wird ein Wellplattendach, wenn Sie die Ursache beheben statt sie zu überkleben: Schrauben auf den Wellenberg setzen, Dichtscheiben oder Kalotten erneuern, Überlappungen korrigieren und den Wandanschluss mit einem passenden Anschlussprofil schließen. Silikon eignet sich nur für kleine Fugen und als Ergänzung.
Die folgende Übersicht hilft bei der Zuordnung:
| Ursache | Erkennbar an | Lösung |
|---|---|---|
| Schraube im Wellental | Tropfen direkt unter der Schraube | Neu auf dem Wellenberg verschrauben |
| Alte Dichtscheiben | Feuchte Ränder an mehreren Schrauben | Kalotten mit Dichtscheibe erneuern |
| Zu knappe Überlappung | Nässe entlang der Plattenstöße | Platten versetzen oder Stoß abdichten |
| Offener Wandanschluss | Wasser an der Hauswand | Wandanschlussprofil montieren |
| Riss in der Platte | Sichtbarer Riss, oft nach Hagel | Platte austauschen |
Für Sinus-Wellplatten 76/18 führen wir das passende Systemzubehör: Das Kalottenset mit Aluminium-Kalotten, Edelstahl-Torxschrauben 55 × 4,5 mm und Dichtscheibe kostet 29,90 € im 20er-Set, den verstellbaren Wandanschluss Sinus 76/18 aus klarem Acryl erhalten Sie für 51,90 €, unser Spezialsilikon für 11,90 €.
Wellplatten werden auf jeder Pfette bzw. Latte verschraubt, und zwar immer auf dem Wellenberg – nie im Tal. Wie viele Schrauben pro Reihe nötig sind, hängt von Profil, Plattenbreite und Unterkonstruktion ab. Als Orientierung: Ein 20er-Kalottenset reicht bei uns für eine Standardplatte im Format 1.040 × 2.000 mm.
Ebenso wichtig wie die Anzahl ist die Ausführung. Bohren Sie das Loch größer als den Schraubendurchmesser vor, damit sich die Platte bei Wärme ausdehnen kann, und ziehen Sie die Schraube nur so weit an, dass die Dichtscheibe anliegt, ohne die Welle einzudrücken. Abstandshalter unter dem Wellenberg verhindern, dass die Welle beim Verschrauben nachgibt. Welche Befestigungsabstände für Ihre Konstruktion und Ihren Standort nötig sind, klären wir gern in der Beratung.
Tipp aus der Montage: Ersetzen Sie bei einer undichten Schraube nicht nur diese eine. Sind die Dichtscheiben am ganzen Dach gleich alt, folgen die nächsten Leckstellen meist kurze Zeit später. Tauschen Sie deshalb lieber alle Befestiger einer Plattenreihe in einem Arbeitsgang – das spart den zweiten Aufstieg.
Reparieren lohnt sich, wenn die Platten selbst noch elastisch, klar und rissfrei sind und nur Befestigung oder Anschlüsse undicht sind. Austauschen sollten Sie Platten, die gerissen, stark vergilbt oder spröde sind – dann hält auch eine neue Verschraubung nicht lange. Einzelne beschädigte Platten lassen sich oft gezielt ersetzen.
Polycarbonat-Wellplatten Sinus 76/18 erhalten Sie bei uns ab 27,90 €/m² (Wabe klar) bzw. ab 31,90 €/m² (glatt klar), jeweils mit 10 Jahren Werksgarantie gemäß Garantiebestimmungen. Acrylglas-Wellplatten mit Wabenstruktur gibt es ab 36,90 €/m² mit 30 Jahren Garantie. Achten Sie beim Austausch einzelner Platten darauf, dass Profil und Wellenmaß exakt zu den vorhandenen Platten passen.
Nur eingeschränkt. Silikon eignet sich für kleine Fugen, etwa an Plattenstößen oder Anschlüssen, sollte aber für Kunststoff geeignet sein. Eine falsch gesetzte Schraube oder eine zu knappe Überlappung lässt sich damit nicht dauerhaft reparieren. Beheben Sie zuerst die Ursache und nutzen Sie Silikon nur als Ergänzung.
Ein kleiner Riss lässt sich mit transparentem Reparaturband als Übergangslösung abdecken. Dauerhaft dicht wird es so aber selten, weil der Riss bei Temperaturwechseln weiterwandert. Besser ist es, die beschädigte Platte auszutauschen. Messen Sie dazu Profil und Länge der alten Platte genau aus, damit die neue sauber anschließt.
Häufig ist es Kondenswasser: Kühlt die Platte nachts ab, schlägt sich Feuchtigkeit an der Unterseite nieder und tropft herunter. Das passiert besonders bei geschlossenen Anbauten mit wenig Luftzirkulation. Gute Belüftung, etwa über Abstandshalter und offene Traufen, verringert das deutlich. Mit einem Lecktest per Schlauch können Sie es von echten Undichtigkeiten unterscheiden.
Alte Faserzement-Wellplatten, die vor 1993 verbaut wurden, können Asbest enthalten. Bohren, schleifen oder brechen Sie diese Platten nicht selbst, sondern lassen Sie Reparatur oder Rückbau von einem zugelassenen Fachbetrieb ausführen. Wird das Dach anschließend neu eingedeckt, sind leichte Kunststoff-Wellplatten eine gängige Alternative.
Das hängt vor allem vom Material ab. Polycarbonat-Wellplatten mit UV-Schutz halten bei fachgerechter Montage viele Jahre, unsere haben 10 Jahre Werksgarantie. Acrylglas-Wellplatten sind sehr UV-beständig, bei uns mit 30 Jahren Garantie. Einfache PVC-Platten altern deutlich schneller und werden mit der Zeit spröde.
Sie sind unsicher, woher das Wasser kommt, oder brauchen Hilfe bei der Auswahl des passenden Zubehörs? Senden Sie uns gern Fotos an info@dk-bedachungen.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 000 1766.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
Christian Richter
Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen
Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).
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