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Wellplatten schneiden und bohren: Welches Werkzeug, welcher Bohrer – und wie nichts reißt

Wellplatten schneiden und bohren: Welches Werkzeug, welcher Bohrer – und wie nichts reißt

, Von Anas Ouaari, 9 min Lesezeit

Wellplatten selbst zuschneiden und bohren: Welche Säge, welcher Bohrer für Kunststoff, wie groß das Bohrloch sein muss und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz gesagt: Wellplatten aus Kunststoff lassen sich gut selbst schneiden und bohren – wenn Sie das richtige Werkzeug nehmen. Gesägt wird mit feinzahnigem Blatt und gut aufgelegter Platte, gebohrt mit Stufen- oder Kegelbohrer, ohne Schlag und immer etwas größer als die Schraube. So vermeiden Sie Haarrisse, ausgefranste Kanten und undichte Befestigungspunkte.

Warum Kunststoff anders behandelt werden will

Holz und Metall verzeihen grobes Werkzeug eher. Kunststoff-Wellplatten reagieren dagegen empfindlich auf Vibrationen, Hitze durch Reibung und punktuellen Druck. Hinzu kommt: Kunststoff dehnt sich bei Wärme deutlich stärker aus als die Unterkonstruktion. Jedes Bohrloch muss diese Bewegung später mitmachen können.

Wie empfindlich eine Platte ist, hängt vom Material ab. Polycarbonat ist sehr zäh und verzeiht viel. Acrylglas und PVC sind härter und spröder – hier entstehen Risse schneller, vor allem bei Kälte.

Wellplatten schneiden: Werkzeug und Technik

Das passende Werkzeug

  • Handkreissäge oder Tischkreissäge mit feinzahnigem Hartmetall-Sägeblatt – für gerade, lange Schnitte die beste Wahl.
  • Stichsäge mit feinem Blatt für Kunststoff oder Metall, Pendelhub ausgeschaltet – ideal für Ausschnitte und kurze Schnitte.
  • Feinzahnige Handsäge – für einzelne Schnitte an dünnen Polycarbonat-Platten ausreichend.

So gelingt der Schnitt

  1. Schutzfolie (falls vorhanden) auf der Platte lassen und die Schnittlinie mit Folienstift anzeichnen.
  2. Platte vollflächig auflegen, zum Beispiel auf zwei Kanthölzer direkt links und rechts der Schnittlinie. Freischwingende Plattenteile flattern und reißen aus.
  3. Die Welle beim Schneiden mit einer Hand oder Zwinge fixieren.
  4. Mit gleichmäßigem, eher langsamem Vorschub sägen – nicht drücken.
  5. Späne aus den Wellen abbürsten und scharfe Kanten bei Bedarf leicht entgraten.

Wichtig bei Kälte: Acrylglas und PVC werden bei niedrigen Temperaturen spröde. Lagern Sie die Platten vor der Bearbeitung einige Stunden bei Zimmertemperatur oder arbeiten Sie an einem milden Tag – nie bei Frost.

Wellplatten bohren: Welcher Bohrer für Kunststoff?

Die häufigste Frage zu Kunststoff-Wellplatten lautet: Welchen Bohrer nehme ich? Die klare Antwort: einen Stufenbohrer oder Kegelbohrer (Konusbohrer). Beide schneiden das Loch schrittweise auf und drücken nicht mit einer langen Spitze ins Material – so bleibt die Kante sauber und rissfrei.

Ein normaler Metallbohrer (HSS) funktioniert bei Polycarbonat im Notfall, wenn Sie ihn vorher stumpf anschleifen, damit er nicht „zieht“. Bei Acrylglas und PVC sollten Sie darauf verzichten.

Die wichtigsten Regeln

  • Ohne Schlag und mit niedriger Drehzahl bohren – sonst schmilzt oder splittert das Material.
  • Größer bohren als die Schraube: Als Faustregel etwa 3 bis 4 mm mehr als der Schraubendurchmesser. So kann die Platte sich bei Wärme bewegen, ohne an der Schraube einzureißen.
  • Im Wellenberg bohren, nicht im Wellental. Im Tal fließt das Wasser – dort wäre jede Schraube eine potenzielle Leckstelle.
  • Platte unterstützen: Beim Vorbohren am Boden ein Stück Holz unter die Bohrstelle legen.
  • Abstand zum Rand einhalten, damit die Kante nicht ausbricht.

Übersicht: Schneiden und Bohren nach Material

Material Schneiden Bohren Achtung
Polycarbonat Kreis-, Stich- oder Handsäge Stufen-/Kegelbohrer, HSS möglich Sehr verzeihend
Acrylglas Feinzahn, langsamer Vorschub Nur Stufen-/Kegelbohrer Rissgefahr bei Kälte
PVC Feinzahn, gut auflegen Nur Stufen-/Kegelbohrer Spröde bei Kälte
Polyester (GfK) Hartmetall- oder Diamantblatt Scharfer Bohrer, ohne Schlag Staubmaske tragen
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Richtig verschrauben nach dem Bohren

Ein sauberes Loch nützt wenig, wenn die Schraube falsch sitzt. Für Sinus- und Trapez-Wellplatten verwenden Sie Schrauben mit Kalotte und Dichtscheibe. Die Kalotte verteilt den Druck auf den Wellenberg, die Dichtung hält das Loch dicht.

  • Schraube mittig im aufgeweiteten Loch ansetzen.
  • Nur so fest anziehen, dass die Dichtung anliegt – der Wellenberg darf nicht eingedrückt werden.
  • Edelstahlschrauben verwenden, damit keine Rostfahnen entstehen.

In unserem Shop erhalten Sie das Kalottenset für Sinus-Profilplatten mit Edelstahl-Torxschrauben 4,5 × 55 mm für Holzunterkonstruktionen: 20 Stück kosten 29,90 €, 50 Stück 54,90 €. Für das Trapezprofil gibt es ein passendes Set.

Wie viele Befestigungspunkte Ihr Dach braucht und welche Abstände für Ihre Unterkonstruktion sinnvoll sind, hängt vom Standort, der Plattenart und der Dachneigung ab. Dazu beraten wir Sie gern kostenfrei unter 0800 000 1766 oder per E-Mail an info@dk-bedachungen.de.

Tipp aus dem Zuschnitt: Den aufwendigsten Teil können Sie sich sparen. Wir schneiden Ihre Wellplatten kostenlos auf Länge – tragen Sie Ihr Wunschmaß einfach beim Bestellen ins Kommentarfeld ein. Dann bleibt für Sie nur noch das Bohren auf der Baustelle, und die Schnittkanten sind sauber und rechtwinklig.

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Schlagbohrfunktion an: führt fast immer zu Rissen. Immer ausschalten.
  • Loch so groß wie die Schraube: Die Platte kann nicht arbeiten und reißt im Sommer am Bohrloch.
  • Schraube ins Wellental: Dort sammelt sich Wasser – das Dach wird undicht.
  • Zu fest angezogen: Der Wellenberg wird gequetscht, die Platte steht unter Spannung.
  • Grobes Sägeblatt: reißt die Kante aus und erzeugt Mikrorisse, die sich später verlängern können.

Häufige Fragen

Welchen Bohrer nehme ich für Kunststoff-Wellplatten?+

Am besten einen Stufen- oder Kegelbohrer. Er schneidet das Loch sauber auf, ohne das Material aufzusprengen. Bei Polycarbonat geht notfalls ein angeschliffener HSS-Bohrer.

Kann ich Wellplatten mit der Stichsäge schneiden?+

Ja, mit feinem Blatt und ausgeschaltetem Pendelhub. Wichtig ist, dass die Platte direkt neben der Schnittlinie aufliegt und nicht flattert.

Warum muss das Bohrloch größer sein als die Schraube?+

Kunststoff dehnt sich bei Wärme aus. Das größere Loch gibt der Platte Spielraum, damit sie nicht an der Schraube einreißt. Die Kalotte deckt das Loch trotzdem dicht ab.

Darf ich im Wellental bohren?+

Bei Dachflächen nein – dort läuft das Regenwasser ab. Gebohrt und verschraubt wird im Wellenberg. Bei senkrechten Wandverkleidungen gelten teils andere Regeln; fragen Sie im Zweifel bei uns nach.

Schneiden Sie die Wellplatten auch zu?+

Ja, der Zuschnitt auf Ihre Wunschlänge ist bei uns kostenlos. Geben Sie das Maß bei der Bestellung im Kommentarfeld an.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.

Christian Richter

Christian Richter

Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen

Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).

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