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Heimwerker bohrt mit dem Akkuschrauber eine Polycarbonat-Stegplatte auf Holzböcken im Garten – Deutsche Kunststoffbedachungen

Stegplatten bohren: Welcher Bohrer für Kunststoff – und wie die Platte nicht reißt

, Von Anas Ouaari, 10 min Lesezeit

Welcher Bohrer passt für Stegplatten aus Polycarbonat und Acryl? So bohren Sie Löcher ohne Risse, mit Spiel für die Wärmeausdehnung und ohne Späne in den Kammern.

Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz gesagt: Polycarbonat-Stegplatten bohren Sie mit einem scharfen HSS-Metallbohrer, Acryl besser mit einem Kunststoff- oder Stufenbohrer. Wichtig sind niedrige Drehzahl, kein Schlag, eine Holzunterlage und ein Bohrloch mit Übermaß, damit die Platte sich bei Wärme ausdehnen kann. Beim Alu-Verlegesystem müssen Sie die Platte meist gar nicht durchbohren.

Welcher Bohrer eignet sich für Kunststoff und Stegplatten?

Für Stegplatten aus Polycarbonat reicht ein scharfer HSS-Metallbohrer. Acryl-Stegplatten sind spröder: Hier nehmen Sie besser einen Kunststoff- oder Acrylbohrer mit stumpfem Anschliff oder einen Stufenbohrer. Holz- und Steinbohrer sind ungeeignet, denn ihre Zentrierspitze bzw. Schneide reißt das dünne Deckmaterial der Kammern auf.

Entscheidend ist weniger die Marke als der Zustand des Bohrers. Ein stumpfer Bohrer drückt statt zu schneiden – genau dann entstehen Spannungsrisse oder ausgefranste Ränder. So ordnen Sie die gängigen Bohrer ein:

  • HSS-Metallbohrer: Standard für Polycarbonat. Scharf und sauber geschliffen, arbeitet er bei niedriger Drehzahl zuverlässig.
  • Kunststoff- bzw. Acrylbohrer: Haben einen flacheren Anschliff, der eher schabt als greift. Ideal für Acrylglas, weil der Bohrer beim Austritt nicht „einhakt“.
  • Stufen- oder Kegelbohrer: Praktisch für größere Löcher und Übermaßbohrungen, da Sie den Durchmesser Stufe für Stufe erweitern.
  • Lochsäge: Nur für große Durchbrüche, etwa für ein Rohr. Mit niedriger Drehzahl und ohne Druck arbeiten.

Kann man in Stegplatten überhaupt Löcher bohren?

Ja, Stegplatten lassen sich problemlos bohren – vorausgesetzt, Sie bohren langsam, ohne Schlag und mit Unterlage. Bei einem Terrassendach mit unserem Alu-Verlegesystem müssen Sie die Platten aber meist gar nicht durchbohren: Die Stegplatte wird zwischen Unter- und Oberprofil geklemmt, verschraubt werden nur die Profile.

Gebohrt wird eine Stegplatte vor allem dann, wenn sie direkt verschraubt wird – zum Beispiel beim Gewächshaus, an einer Gartenhauswand, bei einer Seitenwand oder an einer einfachen Holzkonstruktion. Auch beim Austausch einer alten Platte, deren Bohrbild Sie übernehmen möchten, kommen Sie um den Bohrer nicht herum.

Hinweis: Bei unseren Schraubprofilen für 16-mm-Stegplatten wird das Oberteil mit Edelstahlschrauben 6,3 x 32 mm samt Neoprendichtung auf das Unterteil geschraubt (20 Stück ab 16,90 €). Die Platte selbst liegt dazwischen und bleibt unverletzt. Ob Ihre Unterkonstruktion dafür geeignet ist, klären Sie bitte vorab mit unserer Beratung.

Wie bohren Sie Polycarbonat und Acryl ohne Risse?

Sie bohren Kunststoff ohne Risse, wenn Sie langsam drehen, ohne Schlagfunktion arbeiten, die Platte vollflächig auf Holz auflegen und den Bohrer ohne Druck durchlaufen lassen. Kurz vor dem Austritt nehmen Sie den Druck fast ganz weg. So reißt weder die Unterseite aus, noch entsteht Hitze, die den Kunststoff schmilzt.

In der Praxis hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. Schutzfolie auf beiden Seiten möglichst bis nach dem Bohren drauflassen und die Bohrstellen mit Bleistift oder Filzstift auf der Folie markieren.
  2. Platte vollflächig auf eine Holzplatte oder ein Brett legen und gegen Verrutschen sichern. Liegt die Platte hohl, schwingt sie und reißt aus.
  3. Bei Stegplatten möglichst mittig zwischen zwei Stegen bohren, nicht direkt auf einen Steg.
  4. Akkuschrauber auf niedrige Drehzahl stellen, Schlagfunktion aus. Bei größeren Löchern zuerst klein vorbohren und dann aufbohren.
  5. Späne aus den Kammern mit dem Staubsauger oder Druckluft entfernen, bevor sie sich festsetzen.
Material Bohrer Drehzahl Worauf achten?
Polycarbonat-Stegplatte HSS-Metallbohrer, scharf niedrig bis mittel ohne Druck, Holz unterlegen
Acryl-Stegplatte Kunststoff- oder Stufenbohrer niedrig kein Einhaken beim Austritt
Massive Platte (PC/Acryl) HSS bzw. Acrylbohrer niedrig zwischendurch Späne entfernen
Alu-Profil HSS-Metallbohrer niedrig vorkörnen, entgraten

Wie groß muss das Bohrloch für die Schraube sein?

Das Bohrloch in der Stegplatte muss deutlich größer sein als der Schraubenschaft, damit die Platte sich bei Wärme ausdehnen kann. Polycarbonat dehnt sich um rund 0,065 mm pro Meter und Grad aus. Eine 3 Meter lange Platte wird bei 50 Grad Temperaturunterschied also fast einen Zentimeter länger.

Sitzt die Schraube stramm im Loch, kann die Platte nicht „arbeiten“. Die Folgen sind Knackgeräusche, Wellen in der Fläche oder Risse, die vom Bohrloch ausgehen. Bohren Sie deshalb mit Übermaß oder als Langloch in Richtung der Plattenlänge und verwenden Sie Schrauben mit Dichtscheibe, die das größere Loch abdecken.

  • Schrauben nur so fest anziehen, dass die Dichtung anliegt – nicht so fest, dass die Platte eingedrückt wird.
  • Nicht zu nah an der Plattenkante bohren, sonst kann der Rand ausbrechen.
  • Edelstahlschrauben verwenden, damit keine Rostfahnen entstehen.

Tipp aus der Montage

Bohren Sie bei der ersten Platte ein Probeloch in einem Reststück. So sehen Sie sofort, ob Bohrer und Drehzahl passen – und ob der Rand sauber bleibt. Und: Kleben Sie die Kammeröffnungen erst nach dem Bohren mit Kantenverschlussband ab, damit keine Späne darin eingeschlossen werden.

Was tun, wenn die Platte doch reißt?

Ein feiner Riss am Bohrloch lässt sich nicht dauerhaft reparieren, er wandert mit der Zeit weiter. Liegt das Loch am Rand, kann ein kleines Entlastungsloch am Rissende das Weiterreißen bremsen. Auf einem Dach, über das Wasser läuft, ist ein Plattentausch meist die sicherere Lösung.

Damit es gar nicht so weit kommt, sollten Sie Stegplatten möglichst schon passend bestellen. Wenn Sie Zuschnitt und Bohrbild mit uns abstimmen, bleibt Ihnen vor Ort weniger Arbeit – und das Risiko, eine teure Platte zu beschädigen, sinkt deutlich.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Unterkonstruktion, zu Abständen oder zur passenden Befestigung? Rufen Sie uns kostenfrei an unter 0800 000 1766 oder schreiben Sie an info@dk-bedachungen.de.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich ein Loch in Kunststoff?+

Am einfachsten mit einem scharfen HSS-Bohrer bei niedriger Drehzahl und ohne Schlag. Legen Sie das Teil vollflächig auf Holz, markieren Sie die Stelle und bohren Sie ohne Druck. Für größere Löcher erst klein vorbohren und dann mit Stufenbohrer oder Lochsäge aufweiten. So bleibt der Rand sauber.

Mit welchem Bohrer bohrt man Plexiglas bzw. Acrylglas?+

Für Acrylglas eignen sich spezielle Kunststoff- oder Acrylbohrer mit flachem Anschliff sowie Stufenbohrer. Normale Metallbohrer können beim Austritt einhaken und das spröde Material reißen lassen. Arbeiten Sie langsam, unterlegen Sie Holz und kühlen Sie bei dicken Platten zwischendurch mit etwas Wasser.

Was ist besser für Kunststoff: HSS oder HSS-G?+

HSS-G-Bohrer sind geschliffen statt gewalzt und dadurch präziser und schärfer. Für Polycarbonat und Alu-Profile ist ein guter HSS-G-Bohrer deshalb die bessere Wahl. Entscheidend bleibt aber, dass der Bohrer neu oder frisch geschliffen ist – ein stumpfer Bohrer verursacht bei jedem Material Ausrisse.

Kann ich Stegplatten mit dem Schlagbohrer bohren?+

Nein. Die Schlagfunktion bringt Vibrationen in die Platte, die das dünne Deckmaterial der Kammern zerstören und Risse auslösen können. Schalten Sie den Schlag immer aus und nutzen Sie den Akkuschrauber oder die Bohrmaschine im normalen Bohrmodus mit niedriger Drehzahl.

Muss ich beim Alu-Verlegesystem die Stegplatten durchbohren?+

In der Regel nicht. Bei unserem Alu-System liegt die 16-mm-Stegplatte zwischen Unter- und Oberprofil und wird geklemmt. Verschraubt werden nur die Profile miteinander bzw. mit der Unterkonstruktion. Das schont die Platte und lässt ihr Spiel für die Wärmeausdehnung.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.

Christian Richter

Christian Richter

Technischer Kundenberater · Experte für Vordächer, Bedachungen, Balkone und HPL-Platten, Deutsche Kunststoffbedachungen

Berät Privatkunden und Handwerker zu Vordächern, Terrassendächern, Balkonverkleidungen und HPL-Platten – vom Aufmaß über den Zuschnitt bis zur Montage. Fragen zum Beitrag: info@dk-bedachungen.de oder 0800 000 1766 (kostenfrei).

Weiterlesen: Stegplatten zuschneiden: Womit schneidet man Hohlkammerplatten sauber? · Stegplatten abdichten: Welche Dichtung gehört wohin? · Alu-Profile für 16-mm-Stegplatten

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