
Aluverbundplatten bearbeiten: Sägen, Bohren, Fräsen und Kanten – so gelingt der Zuschnitt
, Von Anas Ouaari, 8 min Lesezeit

, Von Anas Ouaari, 8 min Lesezeit
Von Christian Richter · Deutsche Kunststoffbedachungen · Lesezeit ca. 5 Minuten
Kurz gesagt: Aluverbundplatten lassen sich mit normalem Holzwerkzeug bearbeiten: Sägen mit feinzahnigem Kreissägeblatt, Bohren mit Metall- oder Holzbohrern, Fräsen mit der Oberfräse. Wichtig sind drei Dinge – die Schutzfolie bis zum Schluss auf der Platte lassen, Bohrlöcher etwas größer als die Schraube setzen (Wärmedehnung) und alle Schnittkanten entgraten. Wer sich den Zuschnitt sparen will: Wir liefern die Platten kostenlos auf Maß, auch aus dem Großformat 3.050 × 1.500 mm.
Eine Aluverbundplatte besteht aus zwei dünnen Aluminium-Deckschichten und einem Kunststoffkern dazwischen. Dieser Sandwichaufbau macht die 6-mm-Platte mit rund 6,8 kg pro Quadratmeter erstaunlich leicht, gleichzeitig aber steif und formstabil – sie bleibt auch bei starken Temperaturschwankungen plan. Die Oberfläche ist mit einer UV-beständigen Veredelung versehen, bei unseren Balkonplatten in Perlstruktur und beidseitig.
Genau dieser Aufbau bestimmt auch, wie man die Platte bearbeitet: Das Aluminium außen verlangt scharfe, feinzahnige Werkzeuge; der weiche Kern lässt sich fräsen und sogar falten. Wer einmal Alu-Bleche und Holz bearbeitet hat, kommt mit Aluverbund gut zurecht.
Für gerade Zuschnitte ist die Handkreissäge mit Führungsschiene das beste Werkzeug. Verwenden Sie ein feinzahniges Hartmetall-Sägeblatt, wie es für Aluminium oder beschichtete Platten angeboten wird – viele kleine Zähne mit Trapez-Flachzahn. Grobe Holzblätter reißen die Aluschicht aus und hinterlassen einen scharfen Grat.
Nach dem Schnitt die Kanten mit einem Entgrater, einer feinen Feile oder 240er-Schleifpapier brechen. Das verhindert Schnittverletzungen bei der Montage und sorgt für eine saubere Optik an sichtbaren Kanten.
Aluverbund bohrt sich leicht mit normalen HSS-Metallbohrern oder scharfen Holzbohrern. Entscheidend ist der Durchmesser: Das Bohrloch sollte etwas größer sein als der Schraubenschaft, damit sich die Platte bei Wärme ausdehnen kann, ohne an der Schraube zu verspannen. Unsere Edelstahlschrauben 4,8 × 38 mm mit Zentrierdichtscheibe sind darauf abgestimmt – die Dichtscheibe deckt das größere Loch ab und zentriert die Schraube.
Bohren Sie mit mittlerer Drehzahl und legen Sie ein Restholz unter, damit die Rückseite nicht ausreißt. Anschließend das Loch kurz mit einem größeren Bohrer oder Senker von Hand entgraten. Halten Sie die Löcher vom Plattenrand fern – ein Randabstand von einigen Zentimetern verhindert, dass die Kante bei Belastung ausbricht.
| Arbeitsschritt | Werkzeug | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Gerader Zuschnitt | Handkreissäge, feinzahniges HM-Blatt | Führungsschiene, Folie drauflassen, ohne Druck |
| Ausschnitte | Stichsäge, Metallblatt | Ecken vorbohren, Kanten nacharbeiten |
| Bohren | HSS-Bohrer, Akkuschrauber | Loch größer als Schraube, Unterlage, entgraten |
| Kanten / Falzen | Oberfräse mit V-Nutfräser | Nur den Kern und die Rückseite fräsen, Sichtseite bleibt heil |
Eine Besonderheit von Aluverbund ist das Kanten per Nutfräsung. Dabei fräsen Sie mit der Oberfräse und einem V-Nutfräser von der Rückseite eine Nut, die den Kern und die hintere Aluschicht durchtrennt, die vordere Aluschicht aber unversehrt lässt. Entlang dieser Nut lässt sich die Platte von Hand um 90 Grad abkanten – so entstehen Kastenformen, Fensterlaibungen oder Abdeckungen ohne sichtbare Schnittkante. Für ein sauberes Ergebnis brauchen Sie einen Frästisch oder eine Führungsschiene und etwas Übung an einem Reststück.
Mit einem geraden Nutfräser lassen sich auch Aussparungen für Steckdosen, Leuchten oder Halterungen fräsen. Arbeiten Sie mit hoher Drehzahl und geringer Zustellung; Alu-Späne sind scharf, also Schutzbrille und Handschuhe tragen.
Hinweis: Für Balkonbrüstungen gelten besondere Anforderungen: Plattenformat, Befestigungsabstände und Unterkonstruktion müssen zur Brüstung passen und dürfen nicht frei gewählt werden. Rufen Sie uns vor dem Zuschnitt an unter 0800 000 1766 (kostenfrei) oder schreiben Sie an info@dk-bedachungen.de – wir prüfen Ihre Planung und liefern die Platten fertig auf Maß.
Die Schutzfolie bleibt während der gesamten Bearbeitung und Montage auf der Platte und wird erst ganz zum Schluss abgezogen. Lassen Sie sie aber nicht monatelang in der Sonne – dann klebt sie fest und lässt sich nur mühsam entfernen. Lagern Sie Platten flach und trocken, nie hochkant an der Wand, damit sie sich nicht verziehen. Schnittkanten können Sie bei Bedarf mit einem farblich passenden Kantenlack versiegeln, technisch nötig ist das im Außenbereich nicht.
Unsere Aluverbundplatten gibt es in den Formaten 1.250 × 1.800 mm und 1.000 × 3.050 mm (Balkon, ab 309 €, das entspricht 137,33 € pro m²) sowie als Fassadenplatte in 3.050 × 1.500 mm (ab 569 €). Wer eine ganze Fassade oder Balkonfront beplankt, spart mit dem kostenlosen Zuschnitt viel Zeit und Verschnitt: Sie geben uns die Einzelmaße, wir liefern fertige Platten mit sauberen Kanten. Selbst zuschneiden lohnt sich vor allem für Anpassungen vor Ort, Ausschnitte und kleinere Projekte wie Mülltonnenboxen, Sichtschutzelemente oder Türfüllungen.
Tipp aus dem Zuschnitt
Bestellen Sie für Ihr Projekt ein Musterstück mit (ab 0,99 €) und machen Sie damit einen Probeschnitt und eine Probebohrung. So sehen Sie, wie sich Ihr Sägeblatt verhält, bevor Sie an die große Platte gehen – und Sie können die Farbe bei Tageslicht am Haus prüfen.
Ja, wenn Sie ein feinzahniges Hartmetallblatt einsetzen. Grobzahnige Holzblätter reißen die Aluschicht aus. Mit Führungsschiene und ruhigem Vorschub wird der Schnitt sauber.
Aluminium dehnt sich bei Wärme aus. Sitzt die Schraube stramm im Loch, kann sich die Platte nicht bewegen und wölbt sich oder das Loch reißt aus. Ein etwas größeres Loch mit Dichtscheibe lässt der Platte den nötigen Spielraum.
Im Innenbereich, etwa als Duschrückwand, werden sie geklebt. Im Außenbereich und an Balkonen empfehlen wir die sichtbare Verschraubung mit Edelstahlschrauben – sie ist dauerhaft, kontrollierbar und nimmt die Wärmedehnung auf.
Nein. Aluminium bildet eine schützende Oxidschicht und rostet nicht, der Kunststoffkern nimmt kein Wasser auf. Die Kanten können also offen bleiben; Kantenlack ist reine Optik.
HPL ist härter und stumpft Werkzeuge schneller ab, lässt sich aber nicht kanten. Aluverbund ist leichter, schont die Sägeblätter und lässt sich per Nutfräsung falten. Bei beiden gilt: feinzahnig sägen, Löcher mit Spiel bohren, Kanten entgraten.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere anwendungstechnische Beratung nur als unverbindliche Unterstützung dient. Für die fachgerechte Anwendung und Verarbeitung unserer Produkte ist der Käufer bzw. Anwender verantwortlich.
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